Mein Weg zur Pinscherzucht
Meine Jugendzeit verbrachte ich mit verschiedenen Hunderassen. Meine ersten Begleiter waren zwei Mischlingshunde, dann folgten zwei sehr liebe Rottweiler. Später begleiteten zwei Dobermann-Hündinnen meinen Vater im Alltag.
Als meine drei Kinder etwas älter waren, konnte ich mir den Wunsch nach einem eigenen Hund erfüllen: einer Englisch-Cockerspaniel-Hündin. Sie begleitete mich zwölf Jahre lang auf vielen Wanderungen und drei Jahre im aktiven Agility-Sport.
Den Rottweiler hatte ich all die Jahre nicht vergessen. Mir war aber bewusst, dass meine Kraft für diese Rasse nicht ausreichen würde. Dann begegnete ich eines Tages dem ersten Deutschen Pinscher und war sofort begeistert: Farbe und Grösse stimmten zu hundert Prozent. Schon damals, Anfang der 2000er-Jahre, gab es in der Schweiz nur wenige aktive Züchter.
Eine wichtige Erfahrung
Mein erster Pinscher war ein eigenständiger, liebenswerter Rüde, der nach meinem heutigen Wissen nicht in meine Obhut gehört hätte. In meinem privaten und beruflichen Leben überhäuften sich die Veränderungen, und gerade in der wichtigen Prägungszeit fehlte mir die Zeit für eine konsequente Erziehung. Er lebte seine Eigenständigkeit voll aus und wollte nur bei mir gehorchen, die anderen Familienmitglieder akzeptierte er nur teilweise.
Schweren Herzens fasste ich den Entschluss, für den anspruchsvollen Rüden einen neuen Platz zu suchen. Wir hatten Glück: Ich durfte ihn einem Paar anvertrauen, das den Pinscher bereits kannte. Dort lebte er bis an sein Lebensende.
Diese Erfahrung prägt bis heute, wie sorgfältig ich mit zukünftigen Welpenbesitzern spreche.
Der Neuanfang
Erneut nahm ich das Rassebuch zur Hand und suchte nach Alternativen. Doch für mich gab es keine: Es musste wieder ein Deutscher Pinscher sein. In Deutschland wurde ich fündig. Über 600 Kilometer bin ich gefahren, bis ich meine Pinscherhündin auf den Arm nehmen konnte. Die weite Fahrt hat sich gelohnt. Es war der Start meiner heutigen Zuchtstätte «vom Bächligraben».
Seit 2009 züchte ich Deutsche Pinscher, zu Beginn in Schwarz-Rot und ab 2011 auch in Rot. Kurz vor meinem 60. Lebensjahr habe ich meinen Beruf aufgegeben, um mich ganz der Zucht zu widmen. Mit der Zeit wurde der Wunsch nach einem Zwergpinscher immer grösser: Im Oktober 2015 zog mein erster Zwergpinscher-Rüde ein, im Frühling 2016 folgte eine rote Hündin.
Hunde gehören zur Familie
Meine Hunde leben mit mir im Haus. Nur an der Schlafzimmertür steht ein Stopp-Schild, und manchmal fällt es mir schwer, konsequent zu bleiben und auf die Wärme und das Kuscheln zu verzichten.
Einige meiner Zuchthunde leben bei Paten- und Gastfamilien. So haben sie ein Zuhause mit viel Aufmerksamkeit und kommen für die Zucht zu mir zurück.
