Kurzportrait
Der Pinscher ist eine Urrasse und wurde 1880 erstmals im Deutschen Hundestammbuch erwähnt. Der Zweite Weltkrieg hätte den Deutschen Pinscher beinahe aussterben lassen: Von 1949 bis 1957 fiel kein einziger Wurf. Der damalige Zuchtwart Werner Jung suchte die letzten Pinscher zusammen und begann mit dem Neuaufbau.
Der Deutsche Pinscher hat dieselben Vorfahren wie die verschiedenen Schnauzerrassen, die man früher auch rauhaarige Pinscher nannte. Der glatthaarige Pinscher unterschied sich von Anfang an durch das kurze Haarkleid und die Farbe: Schwarz mit braunen Abzeichen oder Rotbraun bis Dunkelrot und Hirschrot ohne Abzeichen.
Der Pinscher ist mittelgross, von stolzer Haltung, fliessend in den Umrisslinien, elegant und quadratisch gebaut, kräftig und mit gut verteilter Muskulatur. Seine Wesenszüge sind sein schneidiges Temperament, seine Aufmerksamkeit, ein gutartiger Charakter mit Spiellust, Anhänglichkeit an seine Menschen und unbestechliche Wachsamkeit, ohne ein Kläffer zu sein. Deshalb lässt er sich gut in der Wohnung halten.
Hoch entwickelte Sinne, Klugheit, Ausbildungsfähigkeit, Unerschrockenheit, Ausdauer und Widerstandskraft machen den Pinscher zu einem hervorragenden Familien-, Hüte- und Begleithund.
Eigenschaften
Das Misstrauen, ein hervorstechender Charakterzug des Pinschers, ist keineswegs mit Angst gleichzusetzen. Ängstlich sind Pinscher nicht, im Gegenteil: Sie haben eine gehörige Portion Mut und Neugier. Was ihr Misstrauen weckt, muss aus der Nähe angeschaut werden. Das tut ein echter Pinscher schon aus Prinzip.
Dass der Pinscher Berührungen durch fremde Menschen meistens ausweicht, hat nichts mit Angst zu tun. Er schätzt das ganz einfach nicht. Lässt man ihm Zeit, den Neuling zu beschnuppern, holt er sich die Aufmerksamkeit von sich aus.
Pinscher sind spielfreudig und behalten ihre Spiellust teilweise bis ins hohe Alter. Hat er genug, zeigt er seinen ausgeprägten Eigensinn und lässt sich durch nichts mehr zu einem neuen Spiel auffordern. Sein Beschützerinstinkt ist stark: Für seinen Menschen würde er durchs Feuer gehen. Deshalb fühlt er sich auch in einem Einpersonenhaushalt sehr wohl. In einer Familie sucht er sich seine Lieblingsperson aus und folgt ihr durch dick und dünn.
Anderen Hunden gegenüber ist er verspielt und aufgeschlossen. Er liebt Hunderennen und geht Streitigkeiten wenn möglich aus dem Weg. Seinen normalen Jagdtrieb muss man von Anfang an konsequent kontrollieren und wenn nötig abbrechen. Typisch für den Pinscher sind bestimmte, oft verblüffende Marotten.
Erziehung
Nach meinen persönlichen Erfahrungen: Die Erziehung des Deutschen Pinschers unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Rassen. Er ist ein selbstsicherer, interessierter und fröhlicher, aber auch sensibler Hund. Es lohnt sich, im Voraus zu überlegen, was man vom eigenen Hund erwartet, wenn er erwachsen ist.
Die Erziehung beginnt am ersten Tag. Der Welpe braucht von Anfang an viel Geduld und eine konsequente Haltung. Mit Gewalt und Druck läuft gar nichts, dann schaltet er auf stur. Mit liebevoller, konsequenter Erziehung wird der gelehrige Pinscher zu einem umgänglichen Begleiter.
Beschäftigung und Sport
In der Natur ist der Pinscher aufmerksam, und es entgeht ihm kaum etwas. Er liebt die Freiheit und interessiert sich für alles, was er aufspüren kann. Abwechslungsreiche Spaziergänge, eine Runde Joggen, ein Ausflug mit dem Velo oder einfach einmal die Wiese nach Mäusen absuchen: So wird er ein ausgeglichener, nervenstarker und meistens gehorsamer Begleiter.
Wasser liebt er nicht wirklich und verzichtet bei Regen auch einmal auf den Spaziergang. Bei grosser Hitze springt er aber schon mal ins kühle Nass, schwimmen muss es ja nicht unbedingt sein.
Wer Eigenwilligkeit und Selbständigkeit nicht erträgt, lässt besser die Hände vom Pinscher. Wer aber gerade diese unverbildeten Charaktere liebt, gewinnt einen treuen Begleiter mit vielen lustigen, unvergesslichen Momenten.
Literatur
Diese Bücher haben mir sehr geholfen, mein Wissen über Hunde aufzubauen:


